Komfortzone

Komfortzone – was sie wirklich ist und wie ich sie verlassen habe

Mittlerweile ein ziemlich abgedroschenes Wort: „Komfortzone“, und doch taucht sie regelmäßig auf in unserem Leben. Für den einen ist es die Bequemlichkeit für den anderen die Sicherheit, bzw. der sichere Ort, an dem mir nichts passieren kann, an dem aber auch nichts mehr passiert, wenn wir sie nicht ab und an verlassen. Ich persönlich nehme gerne das Bild des Sofas als Metapher: Eine Couch oder ein Sofa ist bequem, weich und je länger man drin sitzt, desto schwerer fällt es einem, aufzustehen, wenn es sein müsste. Hinzu kommt noch, dass wenn es auf dem Sofa mal so richtig bequem ist, dann fällt es noch schwerer aufzustehen oder man gibt den Platz einfach nicht mehr her. Soll doch ein anderer für mich aufstehen und mir zum Beispiel etwas zu trinken bringen – und wenn ich einen „Dummen“ gefunden habe, habe ich wenigstens einen Grund mich bei ihm oder ihr zu beschweren, wenn es das falsche Getränk war, denn der ist ja dann schuld…

Ist es nicht ganz oft so im Leben? Wir machen die anderen für unsere sogenannte Komfortzone verantwortlich – wegen den anderen ist das Sofa zu bequem, steht nicht am richtigen Ort oder leiert aus, wenn wir zu lange drin sitzen bleiben.

Vergessen wir nicht meist den Ursprung? Warum sitzen wir denn auf dem Sofa? Wer hat denn das Sofa gekauft? Und vor allem wer hat es ausge

Komfortzone
Komfortzone

sucht? Okay, das ist jetzt sehr weit ausgeholt und auch stark interpretierbar. Doch wenn wir ganz ehrlich sind, dann ist doch nicht das Sofa das Problem, sondern der, der darin sitzt und es sich bequem gemacht hat. Das Sofa bleibt immer das Sofa – ob wir darauf bequem sitzen oder nicht.

Auch ich saß lange in diesem Sessel und habe mich „sauwohl“ gefühlt. Meistens bin ich sogar darauf eingeschlafen und jeder kennt das Gefühl… uh, jetzt noch ins Bett… man ist träge, müde und es ist nicht mehr so gemütlich, wenn man aufsteht. Als ich meine Komfortzone verlassen habe, zog es mich immer wieder zu ihr zurück. Und auch mir ist es enorm schwer gefallen immer wieder den Anlauf zu nehmen und meine Komfortzone zu verlassen. Meine Komfortzone war mein Umfeld, mein Job, meine Hobbies, meine Angewohnheiten, … War es doch einfach zu sagen: alles bleibt so wie es ist, dann kann mir nichts passieren. Doch in dieser Gewohnheit steckt die Gefahr, dass wir uns gar nicht mehr bewegen und eben bequem werden. Jede Anstrengung wird zur Herausforderung und jede Herausforderung kostet Energie. Energie, die leider mit der Zeit immer weniger wird, weil sie ja auch nicht mehr aufgefüllt wird. Energie ist wie ein Speicher, der so lange etwas abgibt, solange etwas vorhanden ist. Doch wenn der Speicher nicht mehr aufgefüllt wird, geht er leer und gibt eben auch keine Energie mehr.

Wie habe ich das gemacht – diese Komfortzone zu verlassen? Nun das Wichtigste war die Erkenntnis, dass es eine Komfortzone ist und was sie für mich bedeutet. Warum sie so bequem ist und was mich daran hindert, sie zu verlassen. Das ist nicht so mal eben gemacht, das bedarf der regelmäßigen Reflexion und dem bewusst machen, wer oder was mich daran hindert – oder im übertragenen Sinn, was für ein Gewinn es wäre, wenn ich sie verlassen würde und damit meine Akkus füllt.

Eine erschreckende Erkenntnis war nach einiger Zeit, dass es nicht die anderen waren, sondern ich selbst das Hindernis war. Das war aber noch nicht die Lösung, sondern lediglich die Erkenntnis. Das ist so wie wenn wir eine Tüte Chips in der Hand halten und wissen, dass es ungesund ist diese jetzt zu essen – Sie zur Seite zu legen wäre ein Lösungsansatz, doch die Versuchung ist meist viel größer es nicht zu tun. Wer aber schon einmal diesen Versuch gewagt hat und der Versuchung Stand gehalten hat, weiß, dass die Belohnung also der Gewinn viel, viel wertvoller ist als das alte Muster beizubehalten und sich danach schlecht zu fühlen = Verlust, weil der Bauch voll ist und die Erkenntnis da ist, dass es nicht mehr rückgänig zu machen ist. Höchstens der Satz: naja, das eine Mal, das nächste Mal lass ich es – ganz bestimmt und versprochen!

In dieser Falle stecken wir ganz oft – wir reden es uns sozusagen schön. Die Kunst ist es dieses Muster zu durchbrechen und ein neues Muster zu integrieren. Mir hat damals ein Coach geholfen, der mit mir eine Methode angewandt hat, mit der ich mir zum einen das Muster bewusst gemacht habe und zum anderen nach Alternativen gesucht habe, die ich beim nächsten Mal anders machen kann. – ja, KANN nicht KÖNNTE! Was ist der Preis und was ist der Gewinn, wenn ich die Alternative anwende.

Doch auch hier liegt es wieder nur an mir selbst – es ist meine Entscheidung und meine Verantwortung, ob ich es mache oder nicht. Kein anderer ist dafür verantwortlich. Also es ist meine Entscheidung, das Sofa (die Komfortzone) zu verlassen und es ist meine Entscheidung, die Chips nicht zu essen. Der Gewinn? Ein schöneres Leben – ein abwechslungsreichers Leben – und das war es wert!